Texas Holdem Poker

Texas Holdem ist eine Version von Poker, die in der neueren Zeit die wohl größte Popularität aller Pokervarianten erhielt. Nicht nur werden zahlreiche Texas Holdem Poker – Turniere im Fernsehen übertragen, auch in Casinos und in sonstigen Spielräumen dominiert diese Variante des Pokers die Tische – neben Seven Card Stud und Omaha HolEm. Vor allem in Deutschland hat Texas Hold’em Poker auch die privaten Spieltische erobert. Die Grundkenntnisse von Texas Holdem sind leicht zu vermitteln und erlernbar.

Systematischer Erfolg beim Poker ist zu einem großen Teil erlern- und trainierbar. Bevor sich an die Spieltische gesetzt wird, sollte sich zunächst mit den Grundlagen und den Begriffen vertraut gemacht werden.

Texas Holdem Poker

Texas Holdem Poker

Ausgangssituation bei Texas Holdem Poker

Zwei Handkarten

In Texas Holdem erhält jeder Spieler vom Kartenverteiler („Dealer“) zwei Startkarten – sogenannte „Hole Cards“ oder „Handkarten“. Diese werden entgegen des Uhrzeigersinns verteilt. Der Spieler links vom Dealer erhält zuerst eine Karte, danach der nächste eine Karte und so weiter, bis der letzte eine Karte erhalten hat. Anschließend wird das Ganze wiederholt, sodass jeder Spieler zwei Karten besitzt. Diese ausgeteilten Karten gehören nur dem Spieler selbst. Kein Spieler darf die zwei Karten der anderen Spieler einsehen.

Fünf Gemeinschaftskarten

Zusätzlich werden im Laufe einer Runde insgesamt fünf Karten für alle offen sichtbar in die Mitte des Tisches gelegt, die als „Board“ bezeichnet wird. Dies geschieht Stück für Stück in den verschiedenen Situationen („Flop“, „Turn“, „River“) von Texas Holdem, die weiter unten behandelt werden.

Ziel: Kombinationen der Karten

Bei Texas Holdem Poker geht es darum, aus den eigenen zwei Handkarten und den fünf Gemeinschaftskarten („Community Cards“) die möglichst beste Kombination zu erreichen. Dafür dürfen am Ende nur insgesamt fünf Karten genutzt beziehungsweise gezählt werden. Besitzt ein Spieler eine Straße („Street“), die bei ihm etwa aus sechs Karten besteht, gewinnt er also nicht automatisch gegen eine Straße aus fünf Karten. Eine Straße kann bei Texas Hold’em Poker wie jede andere Kartenkombination maximal aus fünf Karten bestehen. Es zählt dann die jeweils höchste Karte der Straße. Sind die Straßen beider Spieler exakt gleich, enden etwa beide mit einem König, wird der Einsatz (der „Pot“) aufgeteilt („gesplittet“).

Small Blind und Big Blind: Die Mindesteinsätze

Bevor die Runde startet, hat der links vom Dealer sitzende Spieler gemäß der Texas Hold’em Regeln einen vor dem Spiel festgelegten Mindesteinsatz zu spielen (den „Small Blind“) – vollkommen unabhängig von seinen Karten oder seinem Spielwillen. Der links vom „Small Blind“ sitzende Spieler wiederum muss zwangsweise einen „Big Blind“ setzen, der in der Regel und aus Gründen der Übersicht doppelt so hoch ist wie der „Small Blind“. Dies kann jedoch variieren.

Eine Spielrunde bei Texas Holdem

Der Pre-Flop

Nachdem nun alle Spieler ihre zwei Handkarten eingesehen haben, können sie entscheiden, ob sie mit dem Big Blind mitgehen möchten („call“), d.h. die gleiche Summe setzen, erhöhen möchten („raise“) oder aussteigen („fold“). Diese Situation wird Pre-Flop genannt. Der „Flop“, also die ersten drei Gemeinschaftskarten, wurde noch nicht aufgedeckt. Jeder Spieler sieht in dieser Situation nur seine eigenen zwei Handkarten und kann nur anhand dieser Karten entscheiden, wie er spielen möchte.

Da der Small Blind und der Big Blind ohnehin bereits setzen mussten, startet die Pre-Flop-Situation links vom Big Blind. Beträgt der Bigblind 8€, so muss also jeder Spieler, der weiterhin dabei sein und den Flop, also die ersten drei Gemeinschaftskarten, sehen möchte, mindestens 8€ setzen. Erhöht einer der Spieler links vom Big Blind den Einsatz („raise“), so muss jeder der übrigen Spieler der Runde, der noch nicht ausgestiegen ist, sich erneut überlegen, ob er mitgeht, gar selbst nochmal erhöht oder doch noch aussteigt. Steigt ein Spieler aus, erhält er seinen Einsatz selbstverständlich nicht zurück.

Die Pre-Flop-Situation setzt sich im Uhrzeigersinn so lange fort, bis alle noch im Spiel nicht ausgestiegenen Spieler exakt den gleichen Einsatz gesetzt, also den jeweils vorherigen gecallt, haben. Dies schließt auch den Small- und den Big-Blind ein.

Der Flop

Nun werden drei Gemeinschaftskarten in der Mitte des Tisches aufgedeckt. Sie werden als „Flop“ bezeichnet und stehen – wie erwähnt – jedem Spieler für seine Kartenkombinationen zur Verfügung. Der Spieler links vom Dealerbutton (falls der Small Blind vor dem Flop nicht ausgestiegen ist also der Small Blind) beginnt mit dem Setzen. Entgegen der Pre-Flop-Situation, in der der erste Spieler seinen Small Blind zwangsweise setzen musste, hat er hier jedoch auch immer die Option nichts zu setzen (zu „checken“). Damit geht die Handlung auf den nächsten Spieler über – von hier an bewegt sich alles so weiter wie in der Pre-Flop – Situation, was die Einsätze und Möglichkeiten der Spieler betrifft. Dies gilt auch für die kommenden und letzten beiden Runden.

Der Turn

Der „Turn“, also die vierte Karte der Gemeinschaftskarten, wird aufgedeckt, sobald alle Einsätze der Flop-Runde gemacht wurden und die gleiche höhe Betragen.

Der River

Der „River“ bezeichnet das Aufdecken der letzten, fünften, Gemeinschaftskarte. Es gelten die gleichen Regeln: Wie immer beginnt der Spieler links vom Dealerbutton und die Einsätze werden im Uhrzeigersinn gemacht.

Der Showdown

Am Ende der letzten Einsatzrunde, des Rivers, kommt es zum Showdown. Der Spieler, der zuletzt gesetzt oder erhöht hat, muss sein Blatt zeigen. Hat kein Spieler in der River-Situation erhöht (haben also alle gecheckt), so muss der Spieler, der am dichtesten links vom Dealer sitzt, sein Kartenblatt offenlegen. Alle anderen Spieler sind nicht dazu verpflichtet ihr Blatt zu zeigen – sie können es auch verdeckt wegwerfen. Das bedeutet natürlich auch, dass sie nicht gewinnen.

Derjenige, der das höchste Fünf-Karten-Blatt besitzt, gewinnt den Pot – der aus sämtlichen Einsätzen der Spieler in dieser Runde besteht. Besitzen zwei oder mehr Spieler ein gleichwertiges Kartenblatt, so wird der Pot entsprechend unter den betroffenen Spielern aufgeteilt. Dabei sind alle Farben der Karten bei Texas Holdem gleichwertig.

Kartenkombinationen & Texas Holdem Regeln

Royal Flush

Die Folge 10 bis Ass in einer Farbe

Straight Flush

Fünf aufeinanderfolgende Karten einer Farbe

Vierling, Poker, Four of a kind

Vier Karten des gleichen Wertes

Full House

Ein Drilling und ein Paar

Flush

Fünf beliebige Karten einer Farbe

Straße, Straight

Fünf aufeinanderfolgende Karten

Drilling, Three of a kind

Drei Karten des gleichen Wertes

Zwei Paare, Two pair

Zwei Paare (Zwei mal zwei Karten gleichen Wertes)

Ein Paar, One pair

Zwei Karten gleichen Wertes

High Card

Die höchste einzelne Karte

Besitzen mehrere Spieler eins oder mehrere Paare gleichen Wertes oder gleiche Straßen, so entscheidet die jeweilige fünfte Karte, die „High Card“ beider Spieler, wer gewinnt. Befindet sich diese in den Gemeinschaftskarten (da beide Spieler etwa ein gleichwertiges Paar in ihrer Hand halten), so wird der Pot geteilt.

Nach einer jeder Runde verschiebt sich die Position des Dealers eins nach links, üblicherweise wird dies mit einem sogenannten „Dealerbutton“ verdeutlicht, der mit einem großen “D” gekennzeichnet ist. Entsprechend verschieben sich auch Small – und Big Blind.

Fazit

Über diese Grundregeln hinaus, kann es noch abweichende Texas Holdem Regeln geben, vor allem an Pokertischen in Casinos. Abweichende oder spezifischere Regelsetzungen betreffen häufig die Höhenunterschiede zwischen Small Blind und Big Blind oder das Festlegen eines Limits bezüglich der Einsatzerhöhung. Dies ist selbstverständlich vom Spieler vor Beginn des Spieles ggf. zu klären. Auch ein Einkauf neuer Chips ist während einer laufenden Runde nicht möglich.

Um sich zum wahren Profi zu pokern, wird über dieses gute Verständnis der Texas Holdem Regeln eine gute Menschenkenntnis, die richtige Risikobereitschaft zum richtigen Zeitpunkt und vielleicht auch das ein oder andere Quentchen Glück benötigt. Mit Ausnahme des Glückes – das ihnen hiermit gewünscht wird – kann all dies jetzt am Pokertisch trainiert werden. Viel Spaß und Erfolg!

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