Spielautomaten – Unterhaltung aus dem Automaten

Die Freude am Spiel ist der Menschheit in die Wiege gelegt. So hat sich jeder Fortschritt in Wissenschaft und Technik in der Geschichte auch früher oder später im Spiel widergespiegelt. Der Einzug der Technik hat das Spiel um eine besonders erfolgreiche Variante bereichert: den Spielautomaten. Besonders in Gestalt von Geldspielautomaten, auch „Geldspielautomaten mit Gewinnmöglichkeit“ genannt, vereinen Spielautomaten kurzweilige Unterhaltung, Freizeitvergnügen und die Hoffnung auf eine Vervielfachung des eingesetzten Geldbetrages als Gewinn und erfreuen sich dadurch sowohl ungebrochener Beliebtheit bei einem breiten Publikum, als auch einer durchaus kritischen öffentlichen Betrachtung. Ganze Generationen sind mit dem Bild des „Groschengrabes“ in Kneipen und Gaststätten groß geworden und sind hier erstmals mit Spielautomaten in Kontakt gekommen.

Spielautomaten

Spielautomaten

Was ist ein Spielautomat?

Der Begriff Spielautomat ist nicht klar abgegrenzt. Betrachtet man Spielautomaten als elektronische oder auch mechanische Spielgeräte, fallen unter diese Definition neben den genannten Geldspielautomaten mit Gewinnmöglichkeit auch Unterhaltungsautomaten mit der Möglichkeit des Gewinns von Weiterspielmarken, bei denen sogenannte Tokens gewonnen werden können. Als Spielautomaten können zudem reine Unterhaltungsautomaten ohne Gewinnmöglichkeit, Flipperautomaten, sogenannte Arcade- oder Videospiel-Automaten oder besonders von Volksfesten und Kirmessen bekannte Greifautomaten oder Münzschieber betrachtet werden. Eine besondere Form des Geldspielautomaten mit Gewinnmöglichkeit sind Einarmige Banditen, die sich im Grundsatz nicht von bekannten Spielautomaten unterscheiden, in ihrer Bauform aber hauptsächlich aus Casinos bekannt sind. Allgemein wird in Deutschland als Spielautomat jedoch der aus der Gastronomie bekannte Geldspielautomat betrachtet.

Die Geschichte des Spielautomaten

Die Geschichte des Spielautomaten beginnt bereits in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts in San Francisco, Kalifornien. Hier erfindet der Mechaniker Charles Fey den ersten vollmechanischen Spielautomaten, der, wegen der als Gewinnsymbol auf seinen drei Walzen abgebildeten Freiheitsglocke, von ihm den Namen „Liberty Bell“ erhält. Durch Betätigung des seitlichen Hebels wurden die drei Walzen in Bewegung gebracht und ermöglichten, durch ein eingebautes Federwerk in der richtigen Stellung angehalten, einen Gewinn von 50 Cent. Der Erfolg dieses ersten Spielautomaten war gigantisch.

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in vielen US-Bundesstaaten Spielautomaten mit möglichem Geldgewinn verboten, woraufhin die sogenannten Fruit Machines entstanden, die unter Verwendung von Fruchtsymbolen den Gewinn von Kaugummis in Aussicht stellten und so zumindest den Reiz des Spieles auf legale Weise am Leben hielten.

Waren die ersten Spielautomaten rein mechanisch, hielt der Fortschritt auch hier schnell Einzug. In den 1960er Jahren folgten elektromechanische Modelle, in den 80ern elektrische und schließlich rein elektronische Spielautomaten, bei denen die Walzen durch einen neu entwickelten Zufallsgenerator gestoppt werden.

Die zeitgemäße Weiterentwicklung des Spielautomaten ist, neben dem Ersatz der auf drehenden Walzen beruhenden Bauform durch reine Bildschirmgeräte, der zunehmende Trend zum Spiel in Online-Casinos. Hier, wie auch in realen Casinos, trägt begleitend zur Erfindung des Zufallsgenerators, die Einführung sogenannter progressiver Spielautomaten, bei denen einzelne Spielautomaten miteinander verbunden, einen übergeordneten Jackpot erzeugen, der von jedem Gerät aus gewonnen werden kann, was einen um ein Vielfaches höheren Gewinn in Aussicht stellt.

Die Technik des Spielautomaten

Trotz einer inzwischen kleinen Gruppe von Herstellern, die sich den Markt für Spielautomaten teilen, findet sich eine große Vielfalt verschiedener Modelle. Die Mehrzahl gleicht sich jedoch, abgesehen von äußerer Gestaltung, in der grundlegenden Spieltechnik.

Beim klassischen Spielautomaten mit 3-Walzen-System drehen sich in einem ca. 85x60x30 cm großen Kunststoffgehäuse drei sogenannte „reels“, also Räder mit aufgedruckten Gewinnsymbolen, die im Stillstand eine bis drei sogenannte „paylines“ also sichtbare Bildlinien ergeben und so bei waagerecht oder diagonal gleichen Symbolen einen Gewinn ermöglichen.

Nach Einwurf des Mindesteinsatzes für ein Spiel starten die Walzen und der Spieler hat nur noch die Möglichkeit, über am Gerät angebrachte Tasten, eine Walze nach dem ersten Halt neu zu starten und die beiden anderen Walzen manuell zu stoppen. Kommt es zu einem Rundengewinn, halten also die Walzen in einer Stellung, durch die sich in einer Reihe waagerecht oder diagonal gleiche Symbole darstellen, kann der Spieler durch Drücken der Risiko-Tasten ein erzielter Rundengewinn riskieren, wobei der nächst höhere Geldgewinn oder auch sogenannte Sonderspiele auf einer Risikoleiter erreicht werden können. Bei diesen Sonderspielen werden zusätzliche höhere Geldgewinne und eine erhöhte Gewinnwahrscheinlichkeit in Aussicht gestellt sind. Wird die Risikotaste nicht betätigt oder die Stopp-Taste gedrückt, wird der aktuelle Gewinnbetrag dem Guthaben gutgeschrieben. Der eingesetzte Betrag sowie ein bereits erspielter Gewinn und erzielte Sonderspiele werden vom Spielautomaten angezeigt und der Gesamtbetrag kann auf Knopfdruck ausgezahlt werden. Begleitet wird der gesamte Spielverlauf von Licht- und Geräuscheffekten, die zur zusätzliche Animation und Erläuterung der Abläufe dienen sollen und das charakteristische Bild des Automatenspiels auch akustisch mitbestimmen.

Neben der Möglichkeit die Walzen manuell zu stoppen, erfolgt die gesamte Steuerung per Zufallsgenerator, weshalb das Automatenspiel als reines Glücksspiel zu betrachten ist.

Das sagt der Gesetzgeber zu Spielautomaten

Wie jedes Spiel unterliegt auch jenes an Spielautomaten einem gewissen Risiko der Abhängigkeit. Effekte und Mechanismen, die auf die Mehrheit unterhaltsam und anregend wirken, können in Einzelfällen unter Umständen zu einem unkontrollierten Verhalten führen. Insbesondere bei Geldspielen besteht hier eine gesellschaftliche Verantwortung, die sich in entsprechenden Initiativen der Gesetzgebung widerspiegeln. Gerade in den letzten Jahren wurden die gesetzlichen Grundlagen für Automatenaufsteller und für das Spiel an Automaten deutlich verschärft. Geldspielautomaten dürfen nur in Gaststätten und Spielhallen aufgestellt werden und die Zahl der aufzustellenden Geräte ist auf drei pro Gaststätte bzw. 12 pro Spielhalle begrenzt. In Spielhallen ist der Ausschank alkoholischer Getränke verboten. Außerdem ist das Spiel an Automaten Volljährigen vorbehalten.

Spielautomaten müssen regelmäßig vom TÜV überprüft und grundsätzlich von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt zugelassen werden, wobei es strenge Vorschriften für Einsatz, Gewinn und Verlust in einem festgelegten Zeitraum gibt – so dürfen zum Beispiel in einer Stunde maximal 500 Euro gewonnen oder 33 Euro verloren werden (bei neu zugelassenen Geräten 400 bzw. 20 Euro). Die genauen Vorschriften werden in der Gewerbeordnung, der Spielverordnung und in den Ländergesetzen festgeschrieben.

Neben der Schutzaufgabe hat der Staat ein natürliches Interesse am Gesamtkomplex Automatenspiel, da hier zum einen ein Potenzial an Arbeitsplätzen, sowohl in der Herstellung als auch im Bereich der Aufstellung der Spielautomaten vorhanden ist und zum anderen ein steuerliches Interesse vorliegt. Alle Einnahmen aus dem Automatenspiel unterliegen neben der Umsatz- und Ertragssteuer der kommunal erhobenen Vergnügungssteuer. Trotz dieser Aspekte wird nach Prognosen eine für die nächsten Jahre geplante Verschärfung der Reglementierungen, insbesondere für Spielhallen, zu einer deutlichen Verdichtung des Angebotes führen und viele der gerade in den letzten Jahren eröffneten Spielhallen werden voraussichtlich wieder schließen müssen.

Glücksspiel im Zwielicht

Spielautomaten haben seit vielen Jahrzehnten einen festen Platz in der Freizeitgestaltung. Kaum jemand hat noch nicht sein Glück an einer der in fast jedem Lokal anzutreffenden „Daddelkisten“ versucht. Trotz der allgemeinen Bekanntheit und der langen Geschichte der Technik, ist der Ruf den Spielautomaten genießen zwiespältig. Die Einstellung „am Ende gewinnt immer der Automat“ ist weit verbreitet und besonders Spielhallen unterstellt man gerne einen eher halbseidenen Charakter.

Untersuchungen belegen jedoch immer wieder, was strenge gesetzliche Vorgaben überwachen: Betrug beim Spiel an Spielautomaten ist unter normalen Umständen ausgeschlossen und wenn, dann sind es die Automatenaufsteller, die zu betrügen immer wieder versucht wird. Wie bei jedem Glücksspiel ist die Möglichkeit des Gewinns wie auch das Risiko des Verlustes dem Zufall überlassen. Verantwortungsvolles Spiel unter seriösen Bedingungen ist deshalb ein beliebtes Freizeitvergnügen, das von der Vielfalt der verschiedenen Automatenmodelle und einer stetigen Weiterentwicklung noch lange profitieren dürfte.

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