Roulette – Spiel, Regeln und Chancen

Roulette ist der Klassiker unter den Casinospielen. Schon Berühmtheiten wie der Schriftsteller Dostojewski waren dem Spiel verfallen. Aus seiner Leidenschaft für das Roulette entstand der berühmte Roman „Der Spieler“.

Roulette

Roulette

Die Geschichte des Roulettes

Die Ursprünge des Roulettes liegen im Dunkeln. Manche Quellen nennen den Mathematiker Blaise Pascal als den Erfinder des Spiels. Tatsächlich verfasste er im Jahr 1658 lediglich das Werk „Histoire de la roulette“. Das Buch beschäftigte sich aber nicht mit dem Glücksspiel sondern mit Zykloiden, also zyklischen Kurven, die im Französischen als Roulette bezeichnet werden. Erste gesicherte Erkenntnisse über die Erfindung eines Spiels namens Roulette liefert ein kanadischer Gesetzentwurf aus dem Jahr 1758. In der Provinz Quebec sollten neben anderen Glücksspielen auch ein Spiel namens Roulette verboten werden. Im 19. Jahrhundert war der Siegeszug des Roulettes jedenfalls nicht mehr aufzuhalten. In immer mehr Casinos, auch in Deutschland, scharten sich die Spieler um den grünen Tisch. So verspielt auch der Held im Roman „Der Spieler“, der 1867 erschien, Haus und Hof in einer Stadt, die Roulettenburg hieß. Viele Quellen gehen davon aus, dass damit Wiesbaden gemeint war.

Der Spielverlauf beim Roulette

Eine Kugel, ein drehbarer Kessel mit einem Zahlenkranz in Rot und Schwarz und ein grüner Tisch mit aufgemalten Zahlen sind die wesentlichen Bestandteile beim Roulette. Der Spielleiter, Croupier genannt, setzt Kessel und Kugel in Bewegung. Die Kugel läuft dabei in gegenläufiger Richtung. Nach kurzer Zeit bleibt sie im Zahlenkranz bei einer Zahl einer bestimmten Farbe liegen. Die Spieler haben zuvor auf verschiedene Zahlen und Farben gesetzt. Nachdem die Kugel zum Stillstand gekommen ist, werden die Gewinner ermittelt.

Drehkessel Roulette

Drehkessel Roulette

Die Gewinnchancen beim Roulette

Den höchsten Gewinn erhält der Spieler, der genau auf die richtige Zahl gesetzt hat. Er bekommt das 35-fache seines Einsatzes. Der Spielstein, Jeton genannt, muss aber nicht unbedingt nur auf einer Zahl platziert werden. Der Spieler hat zum Beispiel auch die Möglichkeit, ihn genau zwischen zwei Zahlen zu setzen. Bei dieser im Roulette „Cheval“ genannten Methode erhält er im Gewinnfall das 17-fache seines Einsatzes. Auch vier Zahlen gleichzeitig können mit einem Jeton belegt werden. Bei einem Einsatz auf ein solches „Carré“ im Roulette kommt allerdings auch nur der achtfache Einsatz heraus, wenn eine der Zahlen gewinnt. Doch es gibt noch weit mehr Möglichkeiten, die Spielsteine auf dem Spielfeld zu platzieren. So kann der Spieler seinen Jeton auch am Rand einer Querreihe mit drei Nummern platzieren. Bei dieser „Transversale Pleine“ genannten Methode erhält er immerhin noch das elffache seines Einsatzes.

Und wenn er die „Transversale Simple“ wählt, also auf zwei Dreierreihen gleichzeitig setzt, schüttet die Bank im Gewinnfall das fünffache des Einsatzes aus. Deutlich geringer ist der Gewinn, wenn der Spieler im Roulette auf eine Kolonne, also auf eine der drei langen Reihen des Spielplanes setzt. Hier hat er zwar eine deutlich erhöhte Gewinnchance, muss sich aber im Erfolgsfall mit dem zweifachen seines Einsatzes begnügen. Die ganz Vorsichtigen setzen auf Rot oder Schwarz. Die Gewinnchance liegt dabei zwar fast bei 50:50, die Ausschüttung des einfachen Einsatzes bedeutet aber auch, dass ein Spieler, der zehn Euro gesetzt hat, im Gewinnfall lediglich zehn Euro Gewinn vom Croupier erhält. Man spricht hier von einer einfachen Gewinnchance. Auch Spieler, die darauf getippt haben, dass entweder eine der Zahlen von 1 – 18 oder von 19 bis 36 fallen, können ihren Einsatz lediglich verdoppeln. Gleiches gilt, wenn beim Roulette darauf gewettet wird, dass eine gerade oder eine ungerade Zahl fällt. Wenn der Spieler seinen Einsatz nicht vom Croupier zurückfordert, bleibt dieser Einsatz immer auf dem Roulettetisch liegen und hat beim nächsten Spiel wieder eine Gewinnchance. Lediglich der reine Gewinn wird an den Spieler ausgezahlt.

Eine Besonderheit im Roulette ist die Zahl Null, die einzige Zahl die nicht rot oder schwarz, sondern grün ist. Fällt während einer Spielrunde die grüne „Zero“ werden die Spieler, die auf eine der eben genannten einfachen Gewinnchancen gesetzt haben, für eine Spielrunde gesperrt. Sie haben aber die Möglichkeit, den Croupier zu bitten, den Jeton auf eine andere einfache Gewinnchance zu platzieren oder sich die Hälfte ihres Einsatzes auszahlen zu lassen. Fällt beim nächsten Spiel die Kugel auf das Feld, für das der Spieler gesperrt ist, wird der Einsatz wieder freigegeben. Er kann dann mit dem Jeton weiterspielen. Ist ein Spieler aber zum Beispiel auf Rot für eine Runde gesperrt und es fällt die Schwarz, ist sein Einsatz unwiederbringlich verloren. Letztlich ist es die Zero, die dafür sorgt, dass das Casino am Ende immer gegen die Spieler beim Roulette gewinnt.

Unterschied beim American Roulette

Anders als beim französischen Roulette besteht beim American Roulette eine noch höhere Gewinnchance für die Bank. Denn hier steht der Bank nicht nur die Null sondern auch noch eine Doppelnull zur Verfügung. Viele Spieler bevorzugen trotzdem das American Roulette, da hier deutlich schneller gespielt wird, als bei der gemütlicheren französischen Variante. Zudem geht es weniger formell zu. Der Spieltisch ist kleiner und die Spieler haben die Möglichkeit, selbst ihre Jetons zu platzieren.

Etikette beim Roulette

Es gehört zum guten Ton im Casino, dass Spieler, die hohe Gewinne erzielen, einen Teil des Gewinns den Angestellten als Trinkgeld zukommen lassen. Hat ein Spieler etwa zehn Euro auf die 36 gesetzt sollte er im Gewinnfall mindestens zehn Euro den Angestellten zukommen lassen. Er überreicht einen Jeton an den Croupier, der den Jeton dann in den Tronc einwirft. Das Wort stammt natürlich aus dem Französischen und bedeutet ursprünglich Opferstock.

Spielsysteme im Roulette

Unzählige Spieler haben schon versucht, mit bestimmten Spielsystemen den Zufall beim Roulette zu überlisten. Am bekanntesten ist die Methode, auf Rot zu setzen und den Einsatz zu verdoppeln, wenn die Farbe Schwarz fällt. Die Logik dahinter ist, dass nach einer gewissen Zeit nach aller Wahrscheinlichkeit die Rot fällt und dass der Spieler so eine hohe Chance hat, zu gewinnen. Was viele aber außer Acht lassen ist die Geschwindigkeit, mit der sich der zu erbringende Einsatz bei dieser Spielmethode erhöht. Hat ein Spieler zum Beispiel mit fünf Euro begonnen und fällt die gewünschte Farbe nur zehnmal hintereinander nicht, müssen für die elfte Spielrunde schon 5.120 Euro gesetzt werden, um weiter im Rennen zu bleiben. Und jeder, der schon einmal im Casino war, wird bestätigen, dass mitunter sehr lange Serien zu beobachten sind, bei denen nur eine Farbe, nur gerade Zahlen oder nur Nummern im Bereich 1-18 gespielt werden. Und selbst Spieler, die über ein unbegrenztes Budget verfügen, können bei dieser Methode verlieren.

Jeder Tisch im Casino hat nämlich ein sogenanntes Tischlimit. Dabei handelt es sich um die Höchstsumme, die pro Spiel gesetzt werden kann. Es gibt unzählige weiter Spielsysteme, die aber fast immer dazu führen, dass der Abend beim Roulette für den Spieler mit einem Verlust endet. Letztlich ist Roulette ein Glücksspiel und sollte gespielt und nicht mit mathematischer Verbissenheit analysiert werden. Dann hat der Spieler auch gute Chancen, einen vergnüglichen Abend zu verleben, mit dem gesetzten Budget auszukommen und das Spiel am Roulettetisch vielleicht sogar mit einem Gewinn zu beenden.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *