American Roulette

Das Spiel ist fester Bestandteil der Menschheitsgeschichte. Als Freizeitbeschäftigung, als Simulation historischer Ereignisse oder besonders beliebt, als Herausforderung des eigenen Glückes spielt das Reizverhältnis zwischen Gewinn und Verlust auch psychologisch eine große Rolle. Das Glücksspiel um Geld hat dabei eine besondere Bedeutung durch seine wechselvolle Geschichte, zwischen wiederkehrenden Hochphasen und gesellschaftlicher wie politischer Ächtung und immer wieder erlassenen und später aufgehobenen Beschränkungen und Verboten. Casinos waren und sind hierbei die Orte, die symbolisch für all diese Entwicklungen stehen. Kein anderes Glücksspiel wird von der öffentlichen Wahrnehmung so sehr mit dem Casino und dem Glücksspiel im Allgemeinen verbunden, wie das Roulette. Als Inbegriff von Spannung und chancengleichem Gewinnversprechen ist die Beliebtheit des Roulette seit Jahrhunderten ungebrochen. Als besondere Spielvariante hat sich das American Roulette entwickelt, das unter anderem durch höhere Spielgeschwindigkeit besondere Spannung verspricht.

American Roulette

American Roulette

Die Geschichte des American Roulette

Die Geschichte des American Roulette ist untrennbar mit der des Vorläufers, dem klassischen französischen Roulette verbunden. Der Ursprung des Roulettes wird von Historikern im mittelalterlichen Bild des Rades der Glücksgöttin Fortuna erkannt. Hundertprozentige Sicherheit über die exakten Quellen des Spiels besteht jedoch bis heute nicht. Gesichert ist jedoch, dass dem heutigen Roulette deutlich ähnelnde Spielvarianten im England des frühen 18. Jahrhunderts auftauchen. Ein beim Adel beliebtes Spiel mit dem Namen „Roly Poly“ basierte auf einem drehenden Rad und einer darauf rollenden Kugel. Nach dem englischen Verbot des Glücksspiels erlebte das Roulette in Frankreich eine Hochphase, auch durch die Entstehung erster Spielsalons als Vorläufer späterer Casinos.

Im 19. Jahrhundert entstand in Frankreich auch die noch heute bekannte Variante des Einzel Null-Spiels, welches durch die Einführung der Null, als zusätzliche Zahl, die Gewinnchancen erhöhte und damit deutlich zur Beliebtheit des Spiels beitrug. Als auch in Frankreich das Glücksspiel verboten wurde, kam das Roulette über Hamburg ins heutige Deutschland.

Um 1860 unternimmt Charles III, Prinz von Monaco, Versuche, das Roulette zurück nach Frankreich zu bringen, was letztlich zur bis heute bekannten Stellung Monacos als Glücksspielmetropole führte.

Parallel gelangt Roulette durch Siedler im frühen 19. Jahrhundert nach Amerika. Dort wird es von Betreibern zugunsten der eigenen Gewinnmarge um die Doppelnull erweitert, wodurch das bis heute in den USA geläufige American Roulette entsteht. Aufgrund der geringeren Gewinnchancen ist es bei Spielern nicht durchgängig beliebt. Nach einer Hochphase, in Folge des Goldrausches, unterliegt das American Roulette in den USA in der Beliebtheit deutlich noch heute in Casinos gefragten Spielen wie Craps (einem bekannten Würfelspiel) und Black Jack.

Der Spieltisch

American Roulette Spieltisch

American Roulette Spieltisch

Auf den ersten Blick unterscheidet sich der Spieltisch beim American Roulett dadurch, dass er kleiner ist, als das französische Vorbild. Bei näherem Hinsehen werden jedoch wetere Unterschiede deutlich. Neben der Verwendung englischer Bezeichnungen für ansonsten französisch benannte Komponenten, finden sich auch grundlegende Unterschiede im Aufbau:

Der Roulette-Zylinder, auch „Kessel“ oder im Englischen „Wheel“ genannt unterscheidet sich beim American Roulette durch die Anordnung der Zahlen; zudem findet sich, neben den vom französischen Roulette bekannten Zahlen 1 bis 36 und der Null zusätzlich die doppelte Null, was sich als zentraler Unterschied maßgeblich auf die Gewinnchancen beim American Roulette auswirkt.

Weitere Unterschiede finden sich im Spielfeld, beim französischen Roulette „Tableau“, beim American Roulette „Lay out“ genannt. Dabei fällt vor allen Dingen ins Auge, dass beim American Roulette zusätzlich die sogenannte„Rennbahn“ vorhanden ist, bei der die spielbaren Zahlen in der gleichen Reihenfolge, in der sie auch im Kessel angeordnet sind, dargestellt werden, was das Spielen nebeneinanderliegender Zahlen erleichtert.

In europäischen Casinos wird auch American Roulette meist an französischen Tischen gespielt, was zu einer weiteren geringfügigen Abänderung der Spielregeln gegenüber der in Amerika gespielten „Original-Variante“ führt.

Das Spiel – Unterschiede und Besonderheiten

Neben den grundlegenden Unterschieden in der Gewinnwahrscheinlichkeit, durch die doppelte Null, die sich zugunsten des Casinos darstellen, ist das American Roulette wegen seiner höheren Geschwindigkeit bei Spielern sehr beliebt. Am kleineren Tisch des American Roulette werden die Einsätze nicht über einen der Groupiers getätigt. Es finden also keine sogenannten Annoncen statt, bei denen der Spieler dem Groupier mündliche Anweisungen gibt, sondern der Spieler legt seine Jetons, beim American Roulette, dessen Tischsprache Englisch ist, „Chips“ oder „Wheel Checks“ genannt, selber auf die gewählte Zahl oder Zahlenkombination. Auch aus diesem Grund wird ein Spieltisch beim American Roulette nicht von vier Groupiers, wie beim französischen Roulette, betreut, sondern nur von einem Kesselgroupierund dem Chefgroupier, die alle anfallenden Aufgaben übernehmen.

In den Chips liegt eine weitere Besonderheit des American Roulette: im Gegensatz zur französischen Variante sind diese nicht mit ihrem Geldwert bedruckt, sondern lediglich farblich unterschieden. Den Wert einer einzelnen Farbe legt jeder Spieler vor Spielbeginn eigenständig fest. Aus diesem Grund können Chips immer nur an einem Tisch gespielt werden und müssen nach Spielende auch an diesem Tisch eingelöst werden. Zur Erleichterung des Umgangs mit dieser Art des Einsatzes wird an einigen Tischen eine Jeton-Sortiermaschine eingesetzt.

Gewinne werden vom Groupier beim American Roulette zudem nicht, wie beim französischen Roulette mit dem bekannten Werkzeug, dem „Rateau“ angezeigt, hierzu bedient er sich einer kleinen Metallfigur, der sogenannten„Dolly“, die auf dem Lay out platziert wird.

Gewinnen oder Verlieren – Chancen und Risiken

Über die Jahrhunderte beliebt ist Roulette, wie viele andere Glücksspiele, nicht zuletzt wegen der Hoffnung auf Gewinne. Roulette ist hierbei deshalb so populär, weil es besonders hohe Gewinne in Aussicht stellt. Der mögliche Höchstgewinn in einer Rouletterunde liegt, für einen einzelnen Einsatz auf eine Zahl (Plein), beim 35fachen des Einsatzes. Zudem liegt die Auszahlungsquote, also der langfristige Anteil der Gewinnauszahlung am gesamten eingesetzten Betrag, bei etwa 98 Prozent. Umgekehrt spricht man vom sogenannten Bankvorteil, also dem Anteil am Gesamteinsatz, der durchschnittlich an die Bank fällt. Dieser liegt beim französischen Roulette bei 2,7%. Durch die Besonderheit der Doppelnull, die beim American Roulette vorliegt, verändert sich dieser Wert hier zugunsten der Bank auf 5,26%. Trotzdem sind die Gewinnchancen beim American Roulette – hinsichtlich des Verhältnisses von Einsatz und Gewinn – nicht schlechter als beim französischen. Hier kommt eine weitere Besonderheit zum Tragen: beim französischen Roulette gibt es den sogenannten Tronc, die Trinkgeldkasse, aus der zumindest Teile des Gehaltes der Groupiers bezahlt werden, in den üblicherweise ein Teilbetrag (üblicherweise bei einem Plein 1/35 = ein Stück) eines Gewinnes abgegeben wird, was in der Summe den Durchschnittsgewinn reduziert. Diesen Tronc kennt das American Roulette nicht, wodurch der Bankvorteil beim klassischen Roulette mit 5,4% noch über dem beim American Roulette liegt.

All diese Überlegungen und Besonderheiten tragen dazu bei, dass American Roulette einen festen Platz im Casinobetrieb eingenommen hat. Besonders durch den Boom im Bereich des Online-Spiels und dem Entstehen immer neuer Online-Casinos, wird American Roulette auch in Zukunft seine Freunde finden, die neben dem reinen Spielvergnügen und dem Nervenkitzel auf möglichst hohe Gewinne hoffen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *